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Positives Denken und Kindererziehung, wie verwirklichen? 
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Registriert: 06.12.2006, 02:25
Beiträge: 11
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Alte Bilder alte zeilen
ich werde mich noch selber heilen.

Ich weiß was ich gesagt,
ihr lange schon gewusst,
doch ich habs mich halt gefragt,
aus mir spricht halt die Lebenslust.

Mein Eifer kommt von einem Traum
in dem war kein Platz für Raum.

Als "anderer" war ich in einer Schule
lernend musst ich auf einem anderem Stuhle.
Man stellte mir die schwersten fragen
Böse Blicke sich verbagen,
sie wussten die Antwort viel mir schwer
ich war halt ein besonn-derrer.

Beim eintritt in die Schule mussten wir Gestze lesen
und jeden Tag war ein neues zu erkennen.
Beim Unterricht war es das wesen
die volksamkeit beim namen zu nennen.

dann bin ich aufgefacht
nun hab ich es erkannt
leise vor mich hin gelacht
und fröhlich in den Wald gerannt.


17.07.2008, 13:12
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Registriert: 10.04.2007, 01:16
Beiträge: 416
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Lieber Nino,

vielen Dank für Deine Gedanken. Du hast wohl gerade einen weiteren wunden Punkt bei mir berührt. Ich frage mich manchmal, ob es richtig ist, diese persönlichen Dinge von mir hier öffentlich zu durchdenken. Ich tue das aber weiter, weil ich anderen, die in ähnlichen Prozessen stecken, die Möglichkeit geben will, an meinem Lernprozess mitzulernen.

Ich habe eine Schwester, die 3 Jahre jünger ist als ich. In der Kindheit hatte sie mich oft genervt, indem sie mich immer wieder bat, mit ihr zu spielen. Ich wollte mich aber lieber allein beschäftigen. Es gab schon gemeinsame Spiele, aber die waren selten. Dann habe ich sie aber oft auch genossen. Oft haben wir uns aber auch gestritten. Das letzte Mal, dass wir intensiv, mit Freude und lange miteinander gespielt haben, war am Vorabend, bevor wir beide an Mumps erkrankt waren. Da war ich 10 Jahre alt. In den Wochen danach bekam ich eine Mumpsmenengitis und wurde auf dem linken Ohr taub. Ich lag etliche Wochen im Krankenhaus, versäumte sehr viel Schulzeit und hatte seltsamerweise in dem Jahr das beste Schulzeugnis. Im Krankenhaus hatte ich den Blick auf den Wald und wartete auf jedes Tier, das sich mal kurz zeigte. An einem Sonntagmorgen besuchte mich sogar mal ein Kuckuck am Fenster.
Nach dem Krankenhaus meinte meine Mutter, dass ich viel erwachsener wirkte. Sie behandelte mich auch so. Meine Kindheit war da praktisch vorbei, aber das störte mich nicht.

Als unsere drei Kinder nacheinander geboren wurden, war ich sehr froh, dass sie sich alle allein beschäftigten. Nur zum Laufen lernen forderten sie Hilfe ein, bzw. für die Dinge, die sie noch nicht allein konnten. Und da ging es mir dann so, dass ich mich zuerst überwinden musste, meine Tätigkeit zu unterbrechen, um für das Kind da zu sein. Danach fühlte ich mich aber jedesmal reich beschenkt.

Meine jüngste Tochter nun hat diese Entwicklung für sich noch verschärft. Nicht nur, dass sie unfähig ist, mit anderen zu spielen, sie kann auch nicht mit anderen reden. Die notwendigste Kommunikation vollzieht sie über Handführung, Lachen bzw. Schreien. Wenn ich mal Vesuche mache, mit ihr zu spielen, schiebt sie mich meistens weg. Ich kann das voll verstehen.
Die letzten Wochen habe ich viel mit ihr allein verbracht, weil die größeren Kinder jetzt kaum noch bei mir sind. Vor drei Tagen bei einem Besuch bei meiner Tante zog sie mich stumm mit der Hand in das Spielzimmer, um mir die ganzen Matchboxautos vorzuführen. Da habe ich mich richtig gefreut, weil dieses Teilhabenlassen ein echter Fortschritt für sie ist.

Mir ist durch Deinen Beitrag klar geworden, dass richtiges miteinander spielen mehr oder weniger gelernt sein muss, zumindest geht es mir so. So viel wie wir Eltern miteinander spielen können, können das auch unsere Kinder. Die Fähigkeit dazu leben wir ihnen vor.

Vielleicht denkt ja jemand von Euch an dieser Stelle weiter.

Liebe Grüße
Kraeutergnom

_________________
www.sonnengaertnerei.de


17.07.2008, 15:46
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Registriert: 10.04.2007, 01:16
Beiträge: 416
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In den letzten Tagen glaube ich zu erkennen, wozu meine Tochter u. a. so gekommen ist, wie sie ist.
Es gab neulich am See noch einmal ein schlimmes Erlebnis mit einer Erdkröte, was ich zu spät bemerkt habe. Ich schrie mehrmals "Nein", aber es war zu spät. Mir war danach schlecht, sie grinste, ich tat ihr aber nichts, konnte aber auch nichts sagen, außer dass der Kröte das sehr weh getan hat. Es machte keinen sichtbaren Eindruck auf sie.
Aber seit diesem für mich schockierenden Erlebnis merke ich, wie ich die Absichten meiner Tochter immer schneller voraussehe. Es klappt noch nicht immer. Wenn sie oft extrem langsam läuft, zerpflückt sie meist Samenstände von verblühten Pflanzen, manchmal aber auch Wanzen, die darauf gesessen haben. Hin und wieder bin ich dann selbst in Gedanken versunken, aber immer öfter bin ich auch wach genug, ihre Absichten rechtzeitig zu erkennen. Für sie scheint es ein Sport zu sein, zu sehen, wer von uns beiden schneller ist - recht makaber, denn wenn sie gewinnt stirbt immer ein Tier, aber ich sehe darin die einzige Möglichkeit, ihr das richtige Verhältnis zur Natur beizubringen. Und interessanterweise fallen mir dabei immer mehr Positivsätze ein. Die Nein- und die Nicht-Sätze werden immer seltener. Immer häufiger entdecke ich mich, wie ich dann ruhig sage: Den Käfer/die Schnecke lassen wir leben. Und immer seltener werden auch ihre Schreiproteste, sondern sie schaut interessiert, wenn ich das Tier dann abseits vom Weg ins Gras setze. Mal sehen, wo uns das hinführt. Auf alle Fälle treiben wir uns gegenseitig unsere Gedanken- und Reaktionsgeschwindigkeiten an, was ich faszinierend finde, weil ich noch bis vor kurzem glaubte, dass ich meine Denkgeschwindigkeit nie erhöhen könnte. Ich muss dabei oft an die Wettkämpfe zwischen Wolodja und dem Wolf denken. Der Schlüssel zum Besiegen des Wolfes lag darin, dass Wolodja lernte, die Gedanken des Wolfes im voraus zu erkennen. Genau dazu versucht mich schon seit langem, meine stumme Tochter zu bringen.


11.09.2008, 21:11
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