Ameisen

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Ilona
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Ameisen

Beitrag von Ilona » 07.04.2010, 10:22

Hallo ihr Lieben!

Wir haben recht viele Ameisen am Grund und auch sehr viele im Gemüsebeet. Wisst ihr, ob Ameisen Samen fressen? Ich habe nämlich den Verdacht, weil viele Gemüsesamen, vor allem dort, wo viele Ameisen sind, nicht aufgehen. Beim Panda Versand gibt es ein Gerät, daß mit Hilfe von Solarenergie Frequenzen erzeugt, die Ameisen nicht mögen. Allerdings angeblich ca. 600 m² weit. Wir haben aber an der Grundstücksgrenze 3 Ameisenhaufen - die will ich dort nicht vertreiben - jetzt getrau ich mich nicht, dieses Gerät einzusetzen. Laut bio-gaertner.de soll man die Ameisen auch lassen, wenn sie nicht zu viel Schaden anrichten. Habt ihr da Erfahrungen? Im Moment versuch ich, die Karottensamen vorzuziehen, in der Hoffnung, daß die fertigen Pflänzchen dann in Ruhe wachsen dürfen....

Liebe Grüße,
Ilona

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Andreas Hinz
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Re: Ameisen

Beitrag von Andreas Hinz » 07.04.2010, 20:27

Soweit ich das beobachtet habe, sind die Umweltansprüche von Ameisen und frischen Saaten unterschiedlich. Ameisen treffe ich eher auf trockenen und oft sonnigen Böden an, zumindest im Frühling. Frisch gesäte Möhren brauchen dagegen den ersten Monat über eine gleichbleibende Bodenfeuchte. Im Halbschatten keimen sie besser als in der vollen Sonne.
Ich würde an Deiner Stelle einen feuchteren Platz für die Aussaaten wählen, oder häufiger gießen. Ameisen haben meinen Aussaaten noch nie geschadet. Manchmal weisen einen die Ameisen, wie andere Tiere auch auf Kulturfehler hin.
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Re: Ameisen

Beitrag von Ilona » 08.04.2010, 10:23

Lieber Andreas!
Danke für die Antwort.
Jetzt im Moment sind noch keine Ameisen bzw. noch nicht so viele - letztes Jahr waren aber ziemliche Massen mit ihren Puppen im Gemüsebeet.
Es ist schon relativ trocken (im Sommer) - wegen der Schnecken - da gieße ich nur in der Früh, sonst kommen Massen.
Halbschatten und feucht - sagst Du.... ich werde schauen, ob ich einen besseren Platz finde .... Kulturfehler können natürlich schon sein- ich mach das noch nicht so lange (erst seit 3 Jahren versuche ich mich im Garten)....
Jedenfalls Danke und liebe Grüßen,
Ilona

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Andreas Hinz
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Re: Ameisen

Beitrag von Andreas Hinz » 08.04.2010, 22:41

Liebe Ilona,

das mit den Schnecken ist eine Gratwanderung. An Möhren gehen sie aber kaum. Möhren sollten so früh wie möglich ausgesät werden, also sobald der Boden aufgetaut ist. Da ist die Winterfeuchtigkeit zum Keimen so optimal, dass man kaum gießen muss. Die jungen Pflanzen stören dann später die Ameisen nicht und sie vertragen dann auch mal ein paar trockene Tage.
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Re: Ameisen

Beitrag von Ilona » 10.04.2010, 18:18

Lieber Andreas!
Aha, ja dann bin ich jetzt eh schon zu spät (habe vor ca. 4 Tagen ausgesät).
Ich habe allerdings gleich nach dem Auftauen Karottensamen in einer Anzuchtschale auf der Terasse angesät (unter Dach) - die sind aber leider bisher auch nicht aufgegangen (mit Deckel - glaubst Du, war das zu heiß?).
Glaubst Du, daß sich Karotten mit Rhabarber vertragen? Zwischen Rhabarber und Himbeeren wäre es relativ schattig bei uns. Ich könnte es auch neben dem Teich versuchen, da ist es sehr feucht und auch ziemlich schattig. Angenehmer wäre es mir aber schon im Gemüsebeet.
Liebe Grüße,
Ilona

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Re: Ameisen

Beitrag von Christa » 10.04.2010, 18:43

Liebe Ilona,
ich säe die Karotten im Frühjahr in Abständen aus. Es ist auf keinen Fall zu spät. Karotten brauchen sehr lange zum Keimen! Da brauchst Du viel Geduld.
Ob sie sich mit Rhabarber vertragen habe ich noch nicht ausprobiert. Am Besten sät man sie in Nachbarschaft mir Zwiebeln oder Lauch, weil Zwiebeln und Lauch die Möhrenfliege abwehren und Möhren die Zwiebelfliege.
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Andreas Hinz
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Re: Ameisen

Beitrag von Andreas Hinz » 11.04.2010, 15:23

Hallo Ilona,

man sagt, Möhren brauchen 3 Wochen zum Keimen. Es kann aber auch je nach Feuchtigkeit und Temperatur länger dauern. In Anzuchtschalen habe ich es mit Möhren noch nicht probiert. In den Beeten habe ich manchmal erst ein halbes Jahr später die ersten Möhrchen entdeckt. Sie mussten dabei aber auch ein paar Trockenphasen übestehen. Voriges Jahr hatten wir doch so einen trockenen April. Da meine Wasservorräte sehr begrenzt sind, habe ich die Freilandaussaaten überhaupt nicht gegossen. Ich wollte sie gar nicht erst abhängig von meiner Bewässerung machen, sie sollten von Anfang an lernen, mit dem natürlichen Wetterwechsel zurecht zu kommen. Damit nehme ich in Kauf, dass viele Saaten nicht termingerecht aufgehen, sondern dann, wenn das passende Wetter dafür ist. Ausgenommen sind meine Aussaaten im Gewächshaus und Frühbeet.
Während nun einige Aussaten bei mir erst nach Monaten oder sogar Jahren (Pastinaken) keimen, war es bei den Möhren und Schwarzwurzeln so, dass sie nur 3 Tage nach dem ersten Mairegen aus der Erde gekommen waren. Ausgesät hatte ich im März und von Ende März bis Anfang Mai 2009 war bei uns kein Tropfen Regen gefallen, bei frühsommerlichen Tagestemperaturen und kalten Nächten. Der Boden war wochenlang pulvertrocken, das mit dem Mulchen hatte ich vor einem Jahr noch nicht so richtig im Griff, bei frischen Aussaten traute ich es mich gar nicht. Deshalb fragte ich mich, wie Samen, die normalerweise Wochen zum Keimen brauchten, es nur 3 Tage nach dem ersten Regen bereits aus der Erde geschafft haben. Die einzige Erklärung die mir einfiel war, dass sie in den 6 Wochen den Nachttau genutzt haben müssen. Irgendwie müssen sie sich jedenfalls trotz wochenlanger Trockenheit und ohne Zusatzbewässerung entwickelt haben, sie haben ihre Zeit in der Erde gut genutzt.
Den Rekord an Langsamkeit haben aber meine Bärlauchsämlinge erzielt. Im Herbst 2006 säte ich sie an einer halbwegs feuchten Stelle aus, nichts passierte. Nur Vogelmiere und Giersch wuchsen dort. Vor ein paar Tagen nun habe ich dort zwischen den anderen Kräutern viele kleine Bärlauchpflänzchen entdeckt, also 3 1/2 Jahre später! Ich hatte diese Kultur längst abgeschrieben.
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Re: Ameisen

Beitrag von Frieder » 11.04.2010, 16:59

Was mich bei all dem nachdenklich macht, ist die Aussagen Ansastasias im ersten Buch (Kapitel 11) ... "Daß jeder Same auf die Millisekunde genau weiß, wann er aufzugehen hat". Wenn jeder Samen so (individuell) vorprogrammiert ist, ist dann das alles mit den Saatzeiten überhaupt notwendig? Weiß dann jeder Samen schon, wohin seine Samentüte mal verkauft wird, wohin er mal kommt??

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Re: Ameisen

Beitrag von Ilona » 12.04.2010, 14:16

Lieber Andreas, liebe Frieder!
Daß Karottensamen oft viel später aufgehen, habe ich auch schon gemerkt... Letztes Jahr hatte ich auch ungefähr so wie heuer ausgesät, aufgegangen sind die Karotten (und übrigends auch die benachbarten Zwiebel) erst im Spätsommer, also ca. im September. Es waren aber sehr wenige (ca. 8 Karotten und 5 Zwiebel), deshalb dachte ich, daß ich da irgendetwas falsch gemacht habe. Bewässert habe ich aber täglich (nur in der Früh - wegen der Schnecken).

Ich denke schon, daß die Samen eine innere Uhr haben, schließlich sind die Samentütchen ja nicht von der Natur ausgedacht. Normalerweise streuen sie aus und keimen dann (im nächsten Jahr), wann es passt. Mein Vogerlsalat vermehrt sich erfreulicherweise selber (wenn ich ihn ließe, würde er mein ganzes Beet bevölkern...). Er samt aus und Monate später keimt er dann. Das ist bestimmt das Ursprüngliche bei den Pflanzen. Kann sein, daß manche Kulturpflanzen (oder viele?) das so nicht mehr schaffen. Ich wollte das bei den Karotten auch so versuchen, wollte sie aussamen lassen, habe extra die Schönste stehen gelassen - aber irgendein Schuft (vielleicht eine Maus?) hat sie aufgegessen. Jetzt (vor ein paar Tagen) habe ich ganze Karotten eingesetzt, die schon ausgetrieben haben - bin ja mal gespannt, was jetzt passiert... (vielleicht machen sie ja Samen und ich spar mir in Zukunft das Säen?)

Liebe Grüße,
Ilona

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Re: Ameisen

Beitrag von Christa » 12.04.2010, 20:39

Liebe Ilona,
bei mir sät sich inzwischen das Meiste von selber wieder aus- und das manchmal an den unmöglichsten Stellen. :P
Ich habe jetzt schon ein Beet voller kleiner Salatpflänzchen und das, obwohl ich im nördlichen Bereich des Allgäus lebe, wo es zur Zeit noch sehr kalt ist - tagsüber um die 5°C und Nachts Frost. Die Salatzpflänzchen stört das anscheinend überhaupt nicht - sie haben sich angepasst. Übrigens habe ich festgestellt, dass an die Pflanzen, die sich selbst ausgesät haben, von den Schnecken in Ruhe gelassen werden - sie gehen nur daran, was ihrer Ansicht nach nicht dahin gehört: schwächelnde und aufgedunsene Pflänzchen.

Liebe Grüße
Christa
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