Laufenten

Moderatoren: Blümchen, Andreas Hinz

ASA
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Beitrag von ASA » 25.04.2008, 09:34

Einen schönen Freitag wünsche ich euch allen,

Als wir noch Laufenten hatten, hat sich einfach meine Psyche beruhigt was die Nacktschneckenplage betrifft. Seit die Laufenten vom Fuchs geholt worden sind behalte ich weiterhin dieses positive Bild bei. Ich weiß aber mittlerweile, dass die Nacktschnecken keine Petersilie mögen, also pflanze ich sie heuer zwischen die Erdbeeren. Auch Kerbel vertreibt Schnecken, Läuse und auch Mehltau
Basilikum neben Zuchini und Gurke ist auch ein Schutz gegen Mehltau
einfach ausprobieren und beobachten

Alles Liebe
ASA

ASA
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Beitrag von ASA » 25.04.2008, 19:08

Zur Petersilie ist mir noch etwas Wichtiges eingefallen:
Wenn man die grob gehackte, trockene Petersilie in einer Gusseisenpfanne, die mit ganz wenig Sesamöl bestrichen ist knusprig brät, indem man sie ständig wendet und aufpasst, dass sie nicht schwarz wird, ist das eine herrliche herzstärkende Medizin und in Zeiten wie diesen, wo sich das Herz weiten will sehr hilfreich

Seid alle gegrüßt
ASA

purzelsu
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Beitrag von purzelsu » 21.05.2008, 23:20

Hallo,

Ich habe ebenso sehr viele Nacktschnecken auf dem Grundstück.
Der erste Versuch, einen Garten anzulegen ist daran gescheitert, dass Alles komplett aufgefressen war, bis auf die Tomaten und die Beerensträucher. Ich würde es weiterhin gerne versuchen, aber es demotiviert ungemein, das mit den Nacktschnecken....
Ich werde den Tipp mit dem Kerbel ausprobieren.
Eine Freundin empfahl mir wegen der Läuse die Bäume mit neem öl einzusprühen. Ist das noch Einklang oder schon Kampf?
Der Kerbel ist kein Kampf nehme ich an. Wie ist das aber, wenn ich "Unkraut" entferne. Die schönen netten Butterblumen (Hahnenfuß) die ich Reihenweise auf den Kompost befördere, ist das Kampf...?
Ich liebe die Natur und es erfordert Überwindung Pflanzen rauszureißen und Tiere zu töten. Und sei es mit Schneckenkorn, was ich übrigens sehr elend finde, schon allein der Anblick...
Kann man wirklich einen Kulturgarten haben und gleichzeitig diesen im Einklang mit der Natur. Wiederspricht sich da Kultur und Natur nicht? Reicht es wirklich aus, die Kleintiere gewähren zu lassen, einen Vertrag mit ihnen auszuhandeln damit man wenigstens ansatzweise Früchte aus dem Garten ernten kann, damit einem nicht ganz der Spaß an der Sache verloren geht?

Zurück zum Thema: Das mit den Schnecken ist wirklich enorm. Ich habe das Gefühl ich pflanze nur für sie an. Mein Mann wollte das auch mit einer Laufente lösen. Einheitsglaube?....Ich hab sogar Nacktschneckenvarianten in unserem Garten gefunden, die ich bisher nie gesehen habe (wir wohnen erst seit 3 Jahren da). Eine regelrechte Nacktschneckenpopulation. Gibt es auch sowas wie eine Schneckenphobie? Lockt man damit auch Schnecken an? Müsste man diese Schnecken dann wirklich "küssen"?

Danke an alle die postive und ertragreiche Gartenerfahrung haben und antworten.
Liebe Geduld Einheit

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Andreas Hinz
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Beitrag von Andreas Hinz » 22.05.2008, 00:23

Liebe Purzelsu,

sei herzlich willkommen hier im Anastasia-Forum. Es ist bereichernd, wenn Du gleich mit so vielen Fragen hier hereinkommst. Fragen fordern das Gehirn, regen die Denkgeschwindigkeit an.

Ich habe noch keine Antworten auf Deine Fragen, zuerst nur einzelne Gedanken. Die werden hoffentlich wie üblich von den anderen Forumteilnehmern ergänzt und zu einem Bild gebaut, welches Dir dann helfen wird.

Auch bei mir sind dieses Jahr mehr Nacktschnecken als sonst. Frasschäden habe ich bisher nur etwas mehr. Es betrifft ausschließlich Pflanzen, die zwischem hohem Unkraut oder im hohem Gras stehen. Hohe Kräuter schaffen ein feuchtes Mikroklima, da können sich Schnecken richtig austoben.
Dabei wird mir jetzt langsam klar, warum ich bisher kaum Probleme mit Schnecken hatte. Die Wege und die Ränder in meiner Gärtnerei sind alle mit hohem Gras bewachsen, welches ich nur zwei bis dreimal im Jahr mit der Sense mähe. Die Beete dazwischen haben nur die niedrigen Kulturpflanzen, mit einigen erwünschten Wildkräutern gemischt. Die unmittelbaren Wege an den Beeten mähe ich öfter. Damit ist das Klima auf den Beten deutlich trockener als in den Randzonen der Gärtnerei. Da ist es doch logisch, dass die Schnecken sich bei mir in den Randzonen viel wohler fühlen, als auf den Beeten. Zumal ich trockenen Sandboden habe und das Land Gefälle nach Süden hat.

Ich habe jetzt auch gemerkt, dass der beste Zeitpunkt zum Gießen in der Zeit ab Sonnenaufgang bis 2 Stunden danach liegt. Das abendliche Gießen habe ich mir abgewöhnt. Das Wasser bleibt zwar ein paar Stunden länger im Boden. Aber die nachtaktiven Schnecken können sich dann auch viel weiter bewegen. Morgens flüchten sie vor der Sonne, die sie austrocknen würde. Also wie man es als Gärtner lernt: Die Pflanzen sollen trocken in die Nacht gehen.

Deine Frage nach dem Einklang mit der Natur ist gut. Eine richtige Antwort habe ich bisher auch nicht, muss das bei jeder Gartenaktion von neuem herausfinden.
Hilfreich finde ich den Satz von Anastasia, dass man Unkraut nicht komplett herausreißen soll, dass man es aber bescheiden kann. Insofern setze ich mich inzwischen auch nicht mehr so sehr unter Druck, alle Wurzeln herauszubekommen. Wenn Pflanzen nur abreißen ist das auch in Ordnung. Manchmal unterstützen die Wildkräuter ja auch unsere Kulturpflanzen.

Zu kahl sollten die Beete aber auch nicht sein. Das hält zwar die Schnecken fern, dafür verbrennen die Pflanzen in der Sonne.

Läuse habe ich bei mir noch nie besprüht. Bei Läusebefall versuche ich herauszufinden, welchen Mangel die Pflanze hat, dass sie sich nicht allein gegen die Läuse wehren kann, oder was ihr zuviel ist.
Ich dulde generell Läuse, weil dadurch noch nie bei mir eine Pflanze eingegangen ist

Meine autistische Tochter (ist jetzt 9 Jahre alt) hat voriges Jahr die Schnecken wie Bonbons gegessen.

Soweit eine erste Antwort.

Schönen Gruß

Kraeutergnom

purzelsu
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Beitrag von purzelsu » 23.05.2008, 20:56

Vielen lieben Dank für die Antwort. Habe mich sehr gefreut und mit Interesse gelesen. Muss den Inhalt nun erstmal verdauen. Habe mir auf jeden Fall schon Kerbel und andere Kräuter gekauft. Für zwischen die Pflanzen im Beet...Wenn ich das richtig verstanden habe. Jetzt muss ich nur noch ausprobieren.

Der Tipp mit dem Gießen ist super. Ich hatte bisher immer abends gegossen. Aber deine Erklärung ist sehr logisch. Muss mal schauen, ob ich es morgens immer schaffe zu gießen. Muss ja manchmal schon um 6.00 Uhr aus dem Haus.

Die Info über die "Bonbonschnecken" ist sehr heftig. Darüber muss ich erstmal nachsinnen. Ich versuche es auf jeden Fall nicht zu werten. Auch wenn jeder sofort IIhhh schreien würde. Aber es wird wohl einen Sinn machen...

Soweit von mir.

Purzelsu :wink:
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Theresia
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Beitrag von Theresia » 25.05.2008, 12:42

Zum Thema "Bonbonschnecke": Mein Neffe hat sie mit einem Jahr auch sehr gerne gegesssen und furchtbar geschriehen wenn man sie im abgenommen hat. Kinder denken halt anders wie wir... :lol:

Zum Thema Laufenten und Schnecken:

Zuerst sollte man sich mal Gedanken machen, warum die Schnecken das Gemüse aufessen. Schnecken sind ja nicht dafür da, es dem Menschen schwer zu machen und ihn vom Gärtnern abzuhalten! Schnecken sind wichtig im Naturkreislauf um geschwächte, kranke Pflanzen an der Fortpflanzung zu hindern. Damit sich nur das Starke Gesunde Angepasste weitervermehren kann. Um das jetzt mal ganz direkt zu sagen. Wenn die Schnecken also so in Massen auftreten, dann stimmt das Gleichgewicht in deinem Garten ganz gewiss nicht. Sind die Pflanzen überdüngt, nicht robust? Wie ist die Gartenerde? Fühlen sich die Pflanzen wohl? Wie behandelst du sie? Welche Gedanken hast du im Garten? Das Buch von Eike Braunroth ist sehr zu empfehlen! Es funktioniert tatsächlich.

Ich habe mal bei einer Selbstversorgerfamilie in Österreich gearbeitet, die hat das Problem mit den Schnecken so in Griff bekommen: Sie verwenden nur reinen Pflanzenkompost. Kein Mist, Hornspäne oder ähnliches. Und ich habe nie eine Schneck im Gemüsebeet gefunden. (Sie arbeiten auch mit Mischkultur und Mulchen.)

Vielleicht nützt es zusätzlich, wenn man ihnen einen gewissen Bereich im Garten überlässt, wo das Gras hoch wachsen kann und sie dort völlig in Ruhe lässt. Dafür sollen sie sich aber vom Gemüse verhalten. Das musst du dann mit ihnen fest ausmachen, wie im Buch von Eike. Und dich auf jedem Fall daran halten!

Wär vielleicht günstiger und für die Kinder schöner, als "Entengaga"... :D

Christa
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Beitrag von Christa » 25.05.2008, 14:02

Wir ziehen in ein paar Tagen in ein kleines Häuschen, das einen großen Garten hat (unser jetziger wurde uns zu klein). Da wir vor drei Monaten schon wussten, dass wir dort einziehen, begannen wir ab Ende März mit der Gestaltung und der Einsaat im Garten.
Ich wundere mich bis heute, dass wir dort bisher kein Schneckenproblem haben, obwohl einige unserer Salate, schon ganz schön groß sind, unsere Gartenkresse wuchert und auch die Erbsen groß sind - es wächst an allen Ecken und Enden.
Ein großer Teil unseres kleinen Paradieses ist mit einer schönen Wiese gesegnet, auf der alles Mögliche wächst: Gänseblümchen, Margeriten, Lichtnelken, Spitzwegerich, Breitwegerich und vieles mehr. Wir haben größere Ecken mit Giersch und Brennesseln, Melde usw. und wir haben ausgewachsene Obstbäume, in denen sich viele Vögel aufhalten. In einer Ecke legten wir einen Totholzhaufen an und wir haben einen sonnigen Steinhaufen, auf dem wir schon kleine Echsen beobachtet haben. Natürlich ist bei uns nichts in Reih und Glied ausgesät, sondern wächst bunt durcheinander a' la Permakultur. Mulchen tun wir natürlich auch.

Dabei hilft mir meine Erfahrung, die ich früher schon in einem großen Garten gemacht habe. Damals hatte ich allerdings mehr mit Schnecken zu tun. Dort fehlten uns aber die Blumenwiese und die vielen Obstbäume - es gab nur drei im großen Garten.

Vielleicht ist es wirklich alles zusammen, was nützt!
Der wedische Weg ist der Weg der Mitte

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Andreas Hinz
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Beitrag von Andreas Hinz » 27.05.2008, 23:20

Liebe MitgärtnerInnen,

seit einer Woche habe ich jetzt auch erstmals in zwei Jahren in meiner Sonnengärtnerei ein Schneckenproblem. Im neu gebauten Gewächshaus haben mir die Schnecken fast alle Tomaten und sämtliche Treibhausgurken aufgefressen.
Was sollte ich lernen?
Das Gleichgewicht ist offenbar gestört im Gewächshaus. An sich ist ja ein Gewächshaus etwas unnatürliches. Als Kalthaus ist es für mich aber notwendig, um rechtzeitig verkaufsfähige Jungpflanzen heranzuziehen. Obwohl das Haus unbeheizt ist, haben sich die Schnecken darin schon stärker vermehrt als im Freiland.

Bis vor einer Stunde nun habe ich mit der Akkulampe in der Hand eine nächtliche Schneckensammelaktion gemacht. 10 Hände voll Schnecken habe ich herausgetragen von 21 m² Gewächshausfläche und in Bereiche gesetzt, wo ich die Wildpflanzen hoch wachsen lasse. Ich habe ihnen jedesmal erklärt, dass sie hier jetzt Aufgaben bekommen. Ich werde Euch hier über die Ergebnisse auf dem Laufen halten. Aber die Methode empfehle ich jetzt schon. Ich musste aber die Kisten dreimal ablaufen und auch die Wege, weil immer wieder neue Schnecken hervorgekommen sind.

Ein Grund, warum sie sich so vermehren konnten, war der Umstand, dass ich die Torftöpfe mit den Pflänzchen schon seit Mitte März auf dem Boden zu stehen habe. Eigentlich würde ich nie Torftöpfe kaufen, weil ich den Torfabbau nicht unterstützen will. Diese habe ich aber aus einer Gärtnereiauflösung bekommen, und da ich noch nichts so richtig hatte zum Pikieren, habe ich sie genommen.
In den über zwei Monaten, in denen ich die Torftöpfe überhaupt nicht bewegt hatte, konnten sich die Schnecken unter ihnen in dem ständig feuchten Milieu richtig gut vermehren.

Soweit mein neuer Erfahrungsbericht. Nächstes Frühjahr mache ich alles besser.

Interessant war dabei noch der Schleim der sich an meinen Händen immer dicker ansammelte. Als er trocknete, fühlte er sich zeitweise wie halb getrockneter Silikon an. Irgendwann hatte ich die Idee, den gallertartigen Schleim mal zu kosten. Das schmeckt gut, etwas nach Pilzen. Im Mund fühlt es sich wie ein Kaubonbon an. Bestimmt immer noch besser, als die Schnecken selbst zu essen. Schade war nur, dass der meiste Schleim mit Sand verschmutzt war.

Schöne Grüße

Kraeutergnom
Zuletzt geändert von Andreas Hinz am 30.05.2008, 10:58, insgesamt 1-mal geändert.

Ilona
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Beitrag von Ilona » 30.05.2008, 10:06

Hallo!

Mir geht es heuer etwas besser mit den Schnecken - ich gieße nur noch am Vormittag und zwar mit Hand und Gießkanne. Bis jetzt: Keine Schnecken!
Letztes Jahr hatte mein Mann eine Bewässerungsanlage installiert, aber die "werkelte" in der Früh und am Abend. Ich wußte zwar damals bereits, daß der Abend ungünstig ist, aber mit der Anlage hat das irgendwie nicht anders funktioniert. Salat und Karotten werden zwar trotzdem nichts (vielleicht gibt´s doch ein paar Schnecken, gesehen hab ich aber kaum welche) - aber jetzt hab ich auf der Terasse im Blumentopf angesäht. Bei meiner Nachbarin wächst der Salat nämlich üppig im Blumentopf auf der Terasse - das haben die Schnecken scheinbar noch nicht bemerkt...

Liebe Grüße,
Ilona

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Andreas Hinz
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Beitrag von Andreas Hinz » 30.05.2008, 11:02

Liebe Ilona,

das freut mich zu hören.

Meine nächtliche Schneckensammelaktion schien vor drei Tagen auch erfolgreich gewesen zu sein. Die Gurken, Tomaten und Zucchini erholen sich deutlich. Und gestern und vorgestern habe ich nur noch jeweils eine halbe Hand voll Schnecken gefunden.

Einen schönen Tag mit Deinen Pflanzen wünscht der Kraeutergnom
www.sonnengaertnerei.de

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