Bienenhaltung nach Emile Warré

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Konstantin
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Bienenhaltung nach Emile Warré

Beitrag von Konstantin » 20.04.2008, 08:42

Derzeit blühen bei uns die Wildpflaumen, so stark dass die Luft nach Honig riecht. Nur: die Bienen fehlen.
Die Luft ist kalt und nur eine Hummel fliegt von Blüte zu Blüte...

Der befreundete Imker, der letztes Jahr bei uns ein Bienenvolk stellte, hatte Verluste und stellt dieses Jahr kein Volk zu uns.

Das ist der Anlass, dass ich mich jetzt mit Bienen stärker beschäftigt habe.
Die Anleitung im Anastasia Buch 1 liest sich schön, doch ist so eine Bauart auch praktisch nutzbar? Ich meine auch praktisch für die Bienen?
In Sibirien ist das Klima anders, die Bienenarten vermutlich auch usw.

Beim Lesen ist mir eine Methode aufgefallen, die ein Franzose vor vielen Jahrzehnten entwickelt hat.

Emile Warré hat vieles weggelassen was heutzutage üblich ist. Er empfiehlt die Bienen so selten wie nötig zu stören.

So sieht die Bauart aus:

Bild

(Oben unter dem Holzdach ist ein Kissen eingefügt mit Heu/Sägemehl um die Luft/Wasser/Klimaregulierung zu optimieren)

Als Kurzerklärung:
Die Bienen legen immer oben Honigreserven an, unten wird die Brut angelegt. Im Herbst wird oben 1-2 Kästen mit Honig entnommen und unten 1-2 leere Kästen drunter gestellt (Diese Erweiterung wird evtl auch erst im Frühjahr gemacht). Dann bauen die Bienen neue Waben nach unten (die frieschen Kästen sind leer! sie enthalten weder Rahmen noch vorgefertigte Wände).

Den Hinweis zu dieser methode fand ich im Selbstversorgerforum:
http://selbstversorgerforum.de/viewtopic.php?t=526

Kurztext:
http://www.selbstversorgerforum.de/bien ... index.html

Hier der Link zur Kurzanleitung:
http://www.selbstversorgerforum.de/bien ... r_alle.pdf

Das ins deutsche übersetzte Buch (10 MB)
http://www.selbstversorgerforum.de/bien ... ulture.pdf

Die technischen Zeichnungen
http://www.selbstversorgerforum.de/bien ... nungen.pdf

Gespräch im Nordbienen-Forum:
http://forumprofi4.de/forum12383/viewtopic.php?t=21

Hinweis: Die Masse passen für französisches (mildes) Klima. In kühlen Regionen Deutschlands erscheint es sinnvoll die Wandstärke zu vergrössern, zb 3 cm statt 2 cm.

Im Vergleich mit der Beschreibung von Anastasia fällt mir auf, dass sie sagt, man solle unten Waben mit Honig entnehmen, während Warré schreibt, dass unten die wertvolle Brut ist, die nicht angefasst werden soll. Nur bei der Bauart nach Anastasia kommt man nicht an die oberen Bereiche dran wo der Honigvorat liegen soll, weil dort der Baumstamm zu ist. Ausserdem scheint es so zu sein, dass in der Natur ein von Bienen ausgefüllter Baumhohlraum nach ein paar Jahren von Bienen verlassen wird. Dann suchen die Bienen ein neues Zuhause. Andere Lebewesen (Wachsmotten) zerlegen die alten Waben und schaffen so einen neuen, leeren Baumhohlraum der nach einigen Jahren wieder von Bienen neu bevölkert werden kann.
siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wachsmotte#Nutzen

Diese völlig natürliche Methode geht also nur wenn viele alte hohle Bäume in der Region stehen, oder wenn man zB 5 Kästen nach der Anleitung von Anastasia baut und auf dem Landsitz hat.

Im Vergleich dazu ist die Warré Methode viel weniger aufwändig und erlaubt bei geringem Einsatz eine Imkerei die sehr zärtlich mit den Bienen umgeht während man gleichzeitig auch ein wenig ernten kann.

Was haltet ihr von dieser Methode?

Viele Grüße
Konstantin

irena_25
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Beitrag von irena_25 » 20.04.2008, 16:19

Eine Frage, Konstantin, hast du schon Anastasia-Methode ausprobiert, dass du deren Eignung für die deutsche Bedingungen beurteilen kannst?

Es stimmt schon, dass in Sibirien härtere klimatische Bedingungen vorherrschen und der Winter 7 Monate dauert, umso mehr sehe ich, dass das, was für sibirisches Klima geeignet wäre, für deutsches vergleichsweise mildes Klima erst recht passend ist.

Viele Menschen im Süden von Russland und in der Ukraine, deren klimatische Bedingungen in etwa den deutschen Verhältnissen entsprechen, haben bereits mit Erfolg die Ratschläge von Anastasia über die Bienenhaltung praktisch umgesetzt.

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Konstantin
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Beitrag von Konstantin » 20.04.2008, 17:23

Hallo Irena,

die einzige Erfahrung mit Bienen hatte ich letztes Jahr in dem ein Freund einen Bienenstock (Standartbauweise mit Rahmen) in unserem Landsitz aufstellte.

Ich lese Bücher, spreche mit Imkern, und mache mir Gedanken.
Was ich zB gelesen habe ist, dass man als Imker erst nach mehreren Jahrzehnten von Erfahrung sprechen kann.

Das Menschen schon "mit Erfolg" die Ratschläge von Anastasia umgesetzt haben klingt ja gut. Aber die Bücher gibt es erst knapp länger als 10 Jahre. Und ich vermute, dass so lange noch keiner nach der beschriebenen Methode imkert.

Wenn also nach einzelnen Jahren mal ein Bienenvolk in einem Stamm durch den Winter gekommen ist und man eine Kleinigkeit an Honig entnehmen konnte zählt dies für mich noch nicht als "Erfolg".

Die Warré Imkerei gibt es schon weit über 80 Jahre. Das ist schon ein anderer Zeitraum. Und wenn es auch nicht das ideale ist, so mag es doch ein Weg sein der sofort von allen Bienenfreunden begangen werden kann.

Die 7. Auflage seines Buches kam 1926 heraus!! siehe:
http://ruche-warre.levillage.org/La%20r ... arr%E9.htm

Mir geht es auch um die Gestaltung des Übergangs in Richtung Leben mit der Natur, Leben auf dem Landsitz.

Menschen in der Stadt sollen zB erst mal in der Stadt bleiben und dort sauber machen...
Also könnten doch auch Imker erst mal mit gestapelten Beuten weitermachen, aber ohne Rähmchen, ohne Medikamente, ohne Störungen, ohne Zuckerzufütterung, ohne Umstellen der Bienen, ohne...

Ich will zB lieber mit den wenigen noch lebenden Imkern (oft 80 Jahre und älter) im guten Gespräch lernen und sich gegenseitig inspirieren, anstatt dass die die Polizei anrufen wegen Bienen-Seuchengefahr weil da ein Wilder komplett spinnen würde...

In den Warrébeuten wird zB durch ein oberes Kissen gefüllt mit Heu oder Sägemehl der Zustand von modrigem Holz in alten Baumhöhlen simuliert.
Mir gefällt bei den Texten, dass ich den Eindruck habe er gibt den Bienen wirkllch das was sie brauchen. Herr Warré war im übrigen Pfarrer. Vielleicht mein Anastasia u.a. ihn als einen der 2 Mönche, die mit Bienen umgehen gelernt haben.

Langfristig gesehen ist es sicher das Beste viele Bäume zu pflanzen und im Lauf von Jahrhunderten alte Bäume mit Hohlräumen entstehen zu lassen.

So sehr ich die Bücher von Anastasia auch liebe, ich mach mir zu allem meine eigenen Gedanken und will herausfinden was hier und jetzt zu mir passt.

Ich lebe zwar auf dem Land, aber selbst mir fällt es schwer einen Baumstamm zu bekommen der eine Höhlung hat, die ich mit dem Stechbeitel erweitern kann auf 40x40 cm und die Wand soll noch 6 cm dick bleiben. Dann soll er noch 1,2 Meter lang sein...
Solche Stammstücke zu finden (und ich lebe in einer sehr waldreichen Gegend) ist entweder unbezahlbar oder extrem Zeitaufwändig wenn nicht gar unmöglich.

Was soll da ein Mensch machen der (noch) am Stadtrand wohnt und nur einen kleinen Schrebergarten hat. Im Baumarkt Bretter besorgen und selber Warrébeuten zu bauen ist möglich und für den Start sehr günstig.

Später kann man zusätzlich auch einen hohlen Stamm dazufügen.

Gibt es überhaupt schon Anastasiafreunde in Deutschland, die eigene Erfahrung mit Bienenhaltung haben?

Viele Grüße
Konstantin

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Beitrag von irena_25 » 20.04.2008, 19:54

Hallo Konstantin,

ich habe auch einen bekannten Imker, der die Bienen jahrelang nach traditioneller Methode züchtet, aber das heißt ja noch gar nichts. Wenn die traditionelle Landwirtschaft so lange existiert, kann es nicht der Grund sein, dass man sie für gut erklärt. In der Permakultur oder in der biologischen Landwirtschaft mögen die Erträge geringer sein, sie ist jedoch besser für die Natur, alle Bodenlebewesen und gesünder für die Menschen.

Ich werde auf jeden Fall erst Anastasia-Methode ausprobieren, und bei der Bienenhaltung ist für mich nicht der Ertrag ausschlaggebend, sondern dass ich den Bienen eine natürliche Haltung ermögliche, dass sie ein von den Menschen unabhängiges Leben führen.

Wie kann man denn den Erfolg von Anastasia-Ratschlägen beurteilen, wenn man sie nicht mal ausprobiert hat? In anderen Sachen, Konstantin, was die Krankenversicherung oder den Hausbau anbetrifft, bist du eher mutig und es wundert mich sehr, dass du bei der Bienenhaltung gleich an die Vorschriften und dass das verboten sein könnte, etc. denkst.

Im Buch steht, dass man für den Bau eines Bienenkastens die Bretter nehmen sollte, 6 cm hoch, 1,2 m lang und 0,52 m breit. Ich habe sogar passende Bretter zu Hause liegen, natürlich sind sie nicht so breit, man könnte jedoch zwei Bretter mit ökologischem Kleber zusammenkleben.

Alles bei allem, jeder wählt die Methode, die er am besten findet. In dem Sinne wünsche ich allen Anfängern viel Glück bei der Bienenzucht!
Zuletzt geändert von irena_25 am 21.04.2008, 20:40, insgesamt 1-mal geändert.

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Konstantin
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Beitrag von Konstantin » 20.04.2008, 20:16

Hallo Irena,

ich denke auch bei Themen wie Krankenkasse, Hausbau an die sogenannten Vorschriften. Nach meiner Ansicht gehört es zum mutig sein dazu die Vorschriften möglichst gut zu kennen. Ansonsten ist das Verhalten eher blauäugig zu sehen.
Warum ich bei Bienen "nicht" mutig bin? Ganz einfach: Ich habe genügend offene Baustellen an denen ich experimentiere. Da will ich auch etwas bewährtes verwenden (zB bei Bienen) um überhaupt anzufangen.

Ich sehe bei mir nicht die Kraft, die Finanzen, die Zeit, 5 Beuten entsprechend Anastasias Anleitung zu bauen. Eine einzige reicht nicht. Da wäre man abhängig dass Standort stimmt, die Bienen dürften nicht schwärmen, weil es keinen Platz gäbe wo sie hin könnten...

Für die Zukunft, stell ich mir das schon schön vor, wenn auf jedem Hektar ein 40x40x120 grosser Hohlraum steht.

Im übrigen ist "ein von Menschen unabhängiges" Leben nicht ganz passend mit der Anleitung. Wenn die Stützen auf denen der Kasten befestigt ist, verrotten, fällt er auf den Bóden, rollt womöglich auf die Seite, ... das Dach kann wegfliegen,... Das tote Holz verrottet im Lauf der Zeit...

Das einzige was langfristig hilft ist das Pflanzen von Bäumen und das Stehenlassen der alten Bäume.

Der Weg dahin darf meines Erachtens nach mit unterschiedlichen selbstgebauten Beuten gegangen werden.

Im übrigen geht es gerade bei der Warré Imkerei um die von Dir genanten Permakultur-Werte: Es geht nicht um den Ertrag, sondern darum, dass die Bienen eine natürliche Haltung haben.

Ich freu mich jetzt schon das erste Bild zu sehen von einem Bienenkasten der entsprechend Anastasias Anleitung gebaut ist und in Deutschland steht.

Viele Grüße
Konstantin

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Andreas Hinz
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Beitrag von Andreas Hinz » 21.04.2008, 13:32

Lieber Konstantin,

sind zwischen den Kästen Zwischenböden oder ist das Ganze ein hoher Turm, wo die Bienen ihre Waben so tief wie sie wollen herunter bauen können?

Mein Bienenvolk, das ich über ein Jahr lang hatte, baute seine Waben auch recht tief nach unten. Allerdings nur im Rahmen einer Normalmaßbeute, das entspricht etwa der Höhe von zwei Kästen nach Deiner Bauart nach Emile Warré. Also dazwischen solte dann kein Boden sein.

Höher ist nicht ratsam, weil die Bienen bei uns in Mitteleuropa nicht mehr wild sind, sondern schon domestiziert. Das merkte ich daran, dass meine Bienen, trotz fehlender Winterfütterung mehr Honig eintrugen, als sie brauchten, und vor allem als ihre Waben tragen konnten. Anastasias Hinweis, die unteren Spitzen der Waben abzubrechen, hatte sich damit für mich erledigt. Ich musste nur im Juli und im August alle paar Tage eine herunter gefallene Wabe herausnehmen, was die Bienen auch problemlos zuließen. Der Honig war dann offensichtlich für uns.

Das mit dem Brut- und Honigraum, was die Imker lehren, daran haben sich meine Bienen nicht gehalten. Das Brutnest war in der Mitte der Waben und war von Honig umgeben. Die Honigwaben waren außen um das Brutnest herum. Und bis auf eine Wabe mit ein paar Larven brachen auch nur volle Honigwaben ab. Die Wabe mit den Larven ließen mich die Bienen auch nicht herausnehmen. Sie ließen es aber zu, dass ich die Wabe schräg aufstellen konnte an einer Wand, so dass sie die Brut weiter versorgen konnten.

Schönen Gruß
Kraeutergnom
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Beitrag von Konstantin » 21.04.2008, 13:56

Hallo Kraeutergnom,

jede Zarge hat am oberen Ende 8 waagerechte Holzstäbe 2,4x1 cm im Abstand von 1,2 cm
Meinst Du das als "Zwischenboden"? Ich würde das eher Gitter als Boden nennen.

siehe seite 2 der Bauanleitung:
http://www.selbstversorgerforum.de/bien ... nungen.pdf

Die Bienen sollen (laut Beschreibung) in der oberen Zarge anfangen zu bauen. Da keine Rähmchen vorhanden sind befestigen sie die Waben an den Stäben der obersten Zarge. Sobald die oberste Zarge voll ist beginnen die Bienen an den Stäben der zweitobersten Zarge an zu bauen.

Das ganze sieht dann (ohne seitenwände) so aus:

Bild

Da so die Waben maximal die Höhe einer Zarge annehmen können werden sie vermutlich nicht si schwer dass Stücke herunter fallen.

Soeben habe ich diesen Text auch fertig gelesen:
http://www.selbstversorgerforum.de/bienen/nestduft.html

Der Autor empfiehlt zwar etwas kleinere Zargen (28x28x14) als Warré (30x30x21) aber die generelle Aussage, dass die Rähmchen die Bienen stören ist sehr schön dargestellt.

Viele Grüße
Konstantin

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Beitrag von Andreas Hinz » 21.04.2008, 17:02

Die Bauweise sieht recht genial aus. Die Waben dürften wirklich nicht zu schwer werden. Die Honigentnahme würde dann so erfolgen, wie Anastasia in Band 1 gesagt hat: Abbrechen der untersten Spitzen der Waben. Eine Gefahr für die Brut besteht dabei nicht, weil das Brutnest etwas höher gebaut ist. Das Gute an dieser Bauweise ist in meinen Augen, dass die Bienen je nach Witterung entscheiden können, in welcher Etage die Larven aufgezogen werden, so können sie auch selbst genügend Abstand zu den Varroamilben bilden, die ja eher kühlere Temperaturen brauchen, aber sich bei großem Abstand auch zur Dronenbrut nicht so schnell entwickeln können.

Den einzigen Nachteil bei dieser Bauweise würde ich darin sehen, dass auch ohne Rähmchen die Anordnung der Waben vorgegeben wird. Bei mir hatten sie die Waben an der geschlossenen Decke etwas mehr ineinander verschachtelt gebaut, womit sie innerhalb des Kastens noch eine zusätzliche Wärmedämmung erzeugt hatten, also vor allem für die Überwinterung. Bei den Leisten ist die Nebeneinanderanordnung vorgegeben, ähnlich wie bei den Rähmchen.

Hilfreich ist es wahrscheinlich, wenn in der obersten Zarge unter dem Isolierkissen eine geschlossene Decke aus Holz eingebaut wird. Die Waben, die sie dort bauen, können dann zur Überwinterung dienen bzw. für die Brutaufzucht an nasskalten Tagen.

Schönen Gruß
Kraeutergnom
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Beitrag von Konstantin » 21.04.2008, 21:52

Hallo Kräutergnom,

das mit der exakten Anordnung der Waben entlang den Stäben entsteht nur wenn an den Stäben Wachsleisten angelegt werden. Wenn man nur rohe Holzleisten montiert sieht es so aus:
(im besonderen Bild oben links)

Bild

Die Bienen entscheiden wie sie bauen.

Zum Thema Honigernte / Waben wegbrechen, lese ich immer wieder, dass der Honigvorrat in den oberen Waben eingerichtet wird und die Brut weiter unten. Deshalb wird bei dieser Methode im Herbst die obere Zarge "geerntet" in der keine Brut ist. Vermutlich ist es auch richtig im ersten Jahr gar keinen Honig zu ernten, da die Bienen zuerst richtig ankommen sollen.

Ich hab soeben mit einem Imker gesprochen der den Anastasia Text und die Bilder ganz interessant findet. Er meinte, dass es schon klappen könnte, jedoch müssten mindestens 500 (!) Beuten nach Anastasia-Art in einer Fläche von mehreren Quadratkilometern verteilt stehen. Dann werden die Bienen vermutlich jährlich schwärmen und finden dann auch immer eine neue passende Höhle (Beute). Also scheint es für die Zukunft gut denkbar wenn viele tausende Landsitze die Landschaft verschönern. Für die Übergangszeit, noch ohne Landsitznachbarn sei seiner Ansicht nach die Warré Beute die naturnächste die er kennt.

Viele Grüße
Konstantin

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Beitrag von Andreas Hinz » 21.04.2008, 21:59

Lieber Konstantin,

vielen Dank für die letzten Fotos. Sie sind sehr hilfreich beim besseren Verstehen der Bienen.

LG Kraeutergnom
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