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Offener Brief vom Sepp Holzer 
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Registriert: 31.10.2006, 17:44
Beiträge: 134
Permakultur Krameterhof
Sepp Holzer
5591 Ramingstein 13 /Sbg.
Tel. 06475/239
Internetadr. www.krameterhof.at
Email: office@krameterhof.at

Offener Brief an die Verantwortlichen in der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft

Meine Vorstellungen von einem verantwortungsvollen, natürlichen Leben

Probleme der Gegenwart und meine Lösungsvorschläge


Du kommst auf die Welt, meist in einer sterilen Klinik und dort werden dir gleich die
natürlichen Wurzeln gekappt. Du wirst geimpft und mit unnatürlichem Chemiefraß
aufgepäppelt. Eine natürliche Geburt im Familienverband und ein natürliches Aufwachsen
wären der richtige Start für das zukünftige Leben des jungen Menschen. Jeder „Erdenbürger“
hat ein Anrecht, von Geburt aus, auf ein Stück Erde. Eine Landreform, die dies berücksichtigt
ist längst überfällig.
Durch ein isoliertes Aufwachsen von unserer Natur und ihren Mitlebewesen verlieren wir jede
natürliche Beziehung zu unserer Mitwelt. Ein Aufwachsen in Symbiose mit Pflanzen, Tier
und Menschen ermöglicht jedoch ein Erfahren im Miteinander und schärft in dir die Aufgabe
deines Handelns als denkendes Individuum, deiner Aufgabe des Lenkens und nicht des
Bekämpfens gerecht zu werden. Durch das Beobachten deiner Mitlebewesen wirst du
feststellen, dass die Natur perfekt ist und die Schöpfung an alle gedacht hat; dass alles
miteinander in Verbindung steht und dass es hier nichts zu verbessern gibt. Es ist deine
Aufgabe, das zu bewahren.
Es gibt keinen „Dummen“ oder „Gescheiten“, jede/r kommt zurecht, wenn er/sie nicht
bevormundet wird. Die „Dummen“ und die „Gescheiten“ machen nur wir Menschen selbst,
damit die Schwächeren benutzt werden können. Ich habe bei meinen Projekten mit allen
Menschen (Erwachsene, Kinder, Waisen- Straßen- und Müllkindern etc.) auf der ganzen
Welt, nur die besten Erfahrungen gemacht. Also nicht bevormunden, sondern ihnen die
Möglichkeit bieten, ihre Fähigkeiten auszuleben. Erfolgserlebnis, Freude, Anerkennung ist
der höchste Lohn, die beste Therapie und ergibt auch einen ökonomischen Sinn. Ein
praktisches Beispiel hierfür wäre mein Projekt BERTA, der Lebenshilfe in Bad Aussee/
Steiermark. Dies ist die erste Rollstuhl gerechte Holzer’sche Permakultur Europas.
Generationenproblem – eine große Lücke in unserer Gesellschaft
Unsere Eltern und Großeltern langweilen sich zu Tode in den Altersheimen. Die Kinder und
Enkelkinder verblöden bei den PC-Spielen/Videospielen und vor dem Fernseher. Sinn der
Schöpfung ist es, dass alte Menschen ihre Erfahrungen und Weisheiten den Kindern und
Enkelkindern weitergeben. Die Kinder haben ein Recht darauf, und können sich so viel
besser auf ihr Leben vorbereiten. Uns muss bewusst werden, dass wir hier einen ganz großen
Fehler begehen. Ein Generationenhaus und Gemeinschaftsprojekte sollen ermöglichen, diese
Lücke in der Gesellschaft zu schließen. Der Unterricht soll zu 50:50 Praxis u. Theorie
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aufgeteilt werden. Zu jedem Kindergarten gehört ein Garten, zu jeder Schule eine
Landwirtschaft und zu jeder Universität ein Gutshof. Das sind die praktischen
Experimentiermöglichkeiten und Ausbildungsstätten für die Zukunft unserer Kinder und
somit für die Zukunft der Gesellschaft.
Bildung – Spezialisierung – Fortschritt – Verblödung
Durch die heutige moderne, so genannte fortschrittliche Ausbildung, werden junge Menschen
von der Natur weg erzogen und entwurzelt. Wenn du die die Zusammenhänge,
Wechselwirkungen und Symbiosen im Kreislauf der Natur nicht selbst beobachtet hast,
kannst du sie auch nicht erkennen und verstehen. Du kannst dich auch nicht einklinken in
diesen Kreislauf der Perfektion der Schöpfung.
Was ist die Folge? Anstatt zu begreifen, wie die Kreisläufe der Natur funktionieren, glaubst
du, du kannst sie verbessern und fängst an, sie zu bekämpfen, statt zu begreifen. Deine
Aufgabe wäre, nur lenkend in die Natur einzugreifen. Hausverstand und kreatives Denken ist
gefordert.
Unsere Kinder und Enkelkinder verblöden in den Schulen und Universitäten, ja zum Teil
vergammeln sie noch. Nicht vielleicht, weil die Lehrer und Professoren zu „dumm“ sind,
nein, weil sie nur nach Lehrplan unterrichten müssen, hinter dem sie oft selber gar nicht
stehen. Sie lassen sich verwenden von den Politikern und Lobbyisten. Aber wo ein Wille, da
gibt’s auch einen Weg, Herr Professor!! Ist der Professor aber von einer politischen Partei
abhängig, oder von Lobbyisten beeinflusst, dann kann und wird er nichts ändern. Die
abgehobene Wissenschaft hat sich so weit von der Praxis entfernt, dass ihre Theorie von der
breiten Masse nicht mehr verstanden und angenommen wird. Es fehlen schon mehrere Glieder
im Kreislauf dieser Kette.
Die Wissenschaft und Politik hat es bis heute verabsäumt, auf die ungeheuren
Umweltzerstörungen (Klimaerwärmung) entsprechend zu reagieren. Der Einfluss von Geld
und Korruption verhindert scheinbar die notwendigen Reaktionen und Maßnahmen. Die
Katastrophen werden Ausmaße erreichen, die den Kollaps dieses kranken Systems
herbeiführen.
Die Verschmutzung der Luft, die Verseuchung des Wassers und der Erde durch Einsatz von
Chemie und Kunstdünger in der Monokulturlandwirtschaft beraubt uns einer gesunden
Lebensgrundlage.
Die Nahrung ist deine Medizin. Der Bauer soll Lebensmittel erzeugen und nicht nur Bauch
füllende, chemieverseuchte, durch Monokultur minderwertige, belastende Nahrungsmittel. Er
soll als Lehrer den Mitmenschen einen respektvollen Umgang mit ihren Mitlebewesen,
Pflanzen und Tieren der Mutter Erde vermitteln.
Die Realität sieht leider ganz anders aus. Durch EU-Richtlinien, Förderauflagen, hat man den
Bauer abhängig und süchtig gemacht. Der Bauer wurde zum Subventionsempfänger
degradiert. Prämien sollen die Einschränkungen und Benachteiligungen ausgleichen. Diese
Förderungen oder so genannte Ausgleichszahlungen sind ja nur eine teilweise
Schadensabgeltung einer verfehlten Landwirtschaftspolitik der nationalen und EU-Gesetze
und Verordnungen. Wachsen oder Weichen ist die Devise der EU.
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Spezialisieren, modernisieren, Massentierhaltung. Die Tiere werden nur mehr als Ware
behandelt. Die Beziehung zu den Mitlebewesen geht verloren. Massentierquälerei ist die
Folge. Weitere Folgen sind die Verstümmelungen der Mitlebewesen durch Enthornen,
Kupieren von Schnäbeln u. Flügeln oder Schwänzen, Stromschläge durch Kuhtrainer,
Verschandelung durch unnötig große Ohrmarken, usw. Eine derart geschundene Kreatur kann
auch keine gesunden Lebensmittel liefern. Fühlt sich das Tier nicht wohl, ist auch das Produkt
belastet.
Der Bauer ist die Seele des Volkes! Stirbt der Bauer, stirbt das Land!
Durch die verordnete Landbewirtschaftung geht altes Kulturgut unwiederbringlich verloren.
Alte und seit Jahrhunderten bewährte Veredelungs- und Verarbeitungsmethoden werden per
EU-Verordnung verhindert bzw. verboten. Zentrale, riesige Verarbeitungsstätten wie
Schlachthöfe, Großbäckereien, Brennereien, Molkereien und Käsereien usw. werden mit der
Verarbeitung beauftragt und hoch gefördert. Damit diese jedoch ausgelastet sind, hat man den
Bauern die Möglichkeiten der Selbstverarbeitung und Veredlung ihrer eigenen Produkte
erschwert bzw. entzogen.
Bei dem verbleibenden, kleinen Rest der Biobauern, wurden die Förderungen der EU
(Schadensabgeltungen) gekürzt, und die Schikanen (Auflagen) erhöht. Alles weitere, weiß
man, regelt sich dann ja von selbst. Der Bauer als Sklave auf seinem eigenen Hof, meist hoch
verschuldet durch die Übermechanisierung und Spezialisierung, abgerackert, bevormundet
und von all den administrativen Aufgaben und Schikanen unseres aufgeblähten
Verwaltungsapparates überfordert, fristet er sein Leben in der totalen Abhängigkeit. Wen
wundert es da noch, wenn die Kinder den Leidensweg der Eltern nicht fortsetzen möchten?
Die Lösung aller Probleme:
Zivilcourage und nicht Lemmingverhalten ist notwendig, um sich gegen diesen
praxisfremden, aufgeblähten Verwaltungsapparat zur Wehr zu setzen.
Versetze dich hinein in dein Gegenüber, in die Pflanzen, Tiere, ja auch den Menschen,
und frage dich, ob du dich an dessen Stelle wohl fühlen würdest. Fühlt sich der Regenwurm
wohl, ist der Boden gesund. Auch die Pflanze und das Tier fühlen sich dann wohl, wenn sie
im richtigen Biotop und in Freiheit leben können. Den größten Erfolg und Vorteil hast du,
wenn du die Geschicke richtig lenkst. Den Boden nutzen und nicht ausnutzen. Vielfalt und
nicht Einfalt erhält das System. Es ist dein Auftrag der Schöpfung, die Geschicke zu lenken
und nicht zu bekämpfen. Die Natur ist perfekt. Da gibt es nichts zu verbessern. Wenn du das
jedoch versuchst, so ist das Selbstbetrug. Die Natur ist auch vollkommen, die Fehler machen
nur wir Menschen. Angst wird dir eingeflößt – befreie dich davon, denn Angst ist der
schlechteste Begleiter im Leben. Durch einen respektvollen Umgang mit der Schöpfung und
deinen Mitlebewesen profitierst du selbst am meisten und Bauer sein, wird zum schönsten
Beruf.


25.12.2009, 20:35
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