Kurzversion der Geschichte vom Dämon Kratie

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Frieder
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Kurzversion der Geschichte vom Dämon Kratie

Beitrag von Frieder » 23.04.2012, 21:40

Nacherzählung: Der Dämon Kratie
Kurzgeschichte Aus Vladimir Megre: „Anastasia“ Band 8.1
Der Priester Kratie hatte die Aufgabe übernommen, den Staat so um zu gestalten, dass die Macht der Priesterschaft über die Menschen auf Jahrtausende hinaus gefestigt ist.
Mit zunehmender Ausweitung wurde das bestehende Sklavensystem immer ineffektiver. Die Kettenreihen der Sklaven liefen nur im Tempo des schwächsten. Trotz vieler Wächter lief der Steinetransport in die Stadt nur mühsam schleppend.
Er hatte sich unter die Sklaven gemischt sowie auf seinem erhöhten Thron viele Wochen ungestört nachgedacht. Er erkannte, daß immer Rebellionsgefahr besteht solange die Sklaven nur mit physischer Gewalt angekettet sind. Also musste ein neues System her. Eines bei dem die Menschen psychologisch beeinflusst werden, ihr Bewusstsein so umgepolt wird, daß sie denken: „Die Sklaverei sei der höchste Segen“
Kratie suchte also ein Programm, um das Wissen aller Völker sowie ihre Orientierung in Raum und Zeit so gründlich zu verwirren, dass ihre Wahrnehmung der Realität die Sklaverei verschleiert. Als Priester kannte und baute er auf die stärkste Kraft im Universum: Auf die Kraft des Geistes, die Worte schafft, die das Rad der Geschichte umlenken können.
***
Eines Morgens rief er dann die Priester zu einem Geheimtreffen und erklärte: Er habe jetzt den Plan, der mit wenigen Worten alle Menschen auf Erden auf Dauer zu Sklaven des Pharao macht.
So ließ er am nächsten Tag von den Herolden verkünden: "Vom morgigen Tag an soll allen Sklaven die volle Freiheit gewährt werden. Dann soll, ein freier Bürger für jeden Stein, den er in die Stadt liefert, eine Münze bekommen. Die Münzen kann er gegen Nahrung, oder wovon auch immer er träumt, tauschen. Von nun an seid ihr alle freie Bürger".
Nachdenklich meinte ein Priester: "Du bist ein Dämon, Kratie. Die von dir beabsichtigte Dämonie wird viele Völker beherrschen, daher wollen wir deine Idee ab sofort Demokratie nennen"
***
Später beobachteten die Priester das verblüffende Resultat:
Dort wo zuvor Sklaven träge Steine schleppten, schleppten nun tausende Menschen voller Tatendrang die Steine. Ehemalige Sklaven genauso wie Wächter. Die Menschen, die sich nun für frei hielten, da man ihnen die Ketten abgenommen hatte, waren bestrebt möglichst viele der begehrten Münzen zu verdienen, um sich eine glückliche Zukunft aufzubauen. Besonders eifrige Steineträger ließen sich Wasser und Nahrung herbeischaffen um nicht abgelenkt zu werden. So entwickelten sich immer weitere Funktionsträger.
Kratie sagte da zu sich: "Sollen Sie nur! Sie halten sich für frei, aber im Grunde hat sich nichts geändert. Sie schleppen weiter Steine... wie früher"
So laufen sie nun schon seit Jahrtausenden durch den Staub und schleppen im schweiße Ihres Angesichts die schweren Steine. Und die heutigen Nachkommen dieser Sklaven machen es ihnen munter nach.
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Interessante Ergänzung: Zitate zweier dt. Klassiker:

"Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlicher weise glaubt frei zu sein." (Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832 )
"Wenn kein Mensch mehr die Wahrheit suchen und verbreiten wird, dann verkommt alles Bestehende auf der Erde, denn nur in der Wahrheit sind Gerechtigkeit, Frieden und Leben!" - (Johann Christoph Friedrich von Schiller 1759-1805)

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