Auf das Thema antworten  [ 25 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3
Borreliose 
Autor Nachricht
Benutzeravatar

Registriert: 10.04.2007, 01:16
Beiträge: 416
Ich danke Euch für Eure guten Hinweise!
Ich bin jetzt seit etwa 2 Wochen durch den akuten Prozess der Borreliose durch und gebe hier mal meine Erfahrungen daraus wieder.
Rückblickend gesehen begannen die Schmerzen, als bei mir in der Gärtnerei ein leichtes Herunterfahren des Arbeitstempos dran gewesen war, ich statt dessen aber versucht habe, zu beschleunigen und dazu noch weitere Aufgaben übernommen hatte. Der zeitliche Rückstand vom Mai war Mitte Juni nicht mehr aufzuholen, bzw. hätte dies ab diesem Zeitpunkt keinen Sinn mehr gemacht. Nur wollte ich das da noch nicht wahrhaben. Ich denke, dass mein Körper die Notbremse gezogen hatte. Ich habe verschiedene homöopatische und pflanzliche Mittel angewendet, die entscheidende Wirkung brachten aber das Fieber bis zu 39° und das damit verbundene Ausschwitzen der Krankheit in 3 Nächten. Wäre ich in dieser Zeit auch am Tage im Bett geblieben, dann wäre ich die Gelenk- und vor allem die Sehnenschmerzen wohl sehr viel schneller los geworden. Daneben hat mir ein totaler Kaffeeverzicht für eine Woche am besten geholfen und die Tatsache, dass ich konsequent viel und vor allem Wasser getrunken habe. Zu weniges Trinken hatte neben der Überlastung mit die Krankheit ausgelöst.
Während der Phase des Ausklingens, wo meine Wade nur noch spannte, erlebte ich oft bereits bei leichten Anstrengungen Schwächegefühle. Ich musste auch hier erst lernen, dass dies in Ordnung ist, dass mein Körper einfach Zeit einforderte, sich langsam wieder an normale Leistungen zu gewöhnen.
Vor 2 Wochen hatte ich Zeit, Gelegenheit und wieder die Kraft dazu, meine Wohnung gründlich sauber zu machen. Dies war natürlich mit Aufräumen und Ausmisten verbunden. Allein diese Arbeit war schon befreiend. Jedenfalls war ich anschließend beschwerdefrei.
Insgesamt hat der Schub genau 4 Wochen gedauert. Die richtig schlimm schmerzhafte Phase dauerte 2 Wochen. In dieser Zeit lernte ich auch, dass ich es mit Zähne zusammenbeißen und weitermachen noch schlimmer machte. Erst als ich Respekt vor den Schmerzen entwickelte, lernte ich, mit der Krankheit umzugehen. Es ist ja so, dass die Borrelien gern in die Sehnen gehen. Wenn diese befallen sind, sind sie nicht so belastbar wie in gesunden Zeiten. Die Schmerzen sollen einfach nur Überdehnungen verhindern.

Dies sind meine aktuellen Erfahrungen mit der Borreliose. Ich weiß, dass einige anders mit dieser Krankheit umgehen. Dies ist in Ordnung so. Krankheiten haben ja auch ganz persönliche Botschaften für den Kranken. Nicht alles ist auf andere übertragbar. Mir ist es aber deshalb so wichtig, meine Erfahrungen hier zu teilen, weil ich während der akuten Phase so schwer hilfreiche Hinweise gefunden habe. Das Suche nach der für mich passenden Therapie kam mir zeitweise wie ein Spießrutenlauf vor. 90 % der Hinweise ob im Internet oder im Freundeskreis empfahl mir die unbedingte Einnahme von Antibiotika, immer wieder verbunden mit der Ankündigung, was mir alles Schlimmeres ohne die Chemiekeule passieren kann. Wenn man bedenkt, dass Borreliose auch eine Erkrankung der Nerven ist, könnt Ihr vielleicht ahnen, wie die falschen Hinweise die Krankheit noch verschlimmern können. Ich habe deshalb auch lernen müssen, mir gut zu überlegen, was ich wem erzähle. Das ist eine Herausforderung, wenn einem jeder fragt, warum man hinkt.
Unter den vielen angstmachenden Hinweisen war der Tipp mit der Kardentinktur ein echter Lichtblick, der gut getan hat. Ich selbst habe bisher nur deshalb keine Karde angewendet, weil ich ausschließlich meine eigene Kardenpflanzen nutzen will und diese sich erst noch entwickeln sollen.
Jedenfalls gibt es so einige gute Hinweise auf natürliche Therapien für die erste Phase der Borreliose. Vergleichbares für die rheumaähnlichen Schübe habe ich dagegen kaum gefunden, deshalb mein Bericht über mein Umgang mit der Krankheit.
Vorgestern kamen die Schmerzen wieder, während einer Fahrradtour. Ich grübelte, woran das liegen könnte und kam dann dahinter, dass meine neue Jeansshorts, die genau über die Knie reichte, mir beim Rad fahren und beim Hinsetzen mit ihrem Saum leicht in das Kniegelenk schnürte. Ein simples Hochkrempeln genügte: Die Schmerzen waren sofort weg und kamen bis heute nicht mehr wieder.

_________________
www.sonnengaertnerei.de


01.08.2010, 21:26
Profil Website besuchen
Benutzeravatar

Registriert: 01.07.2009, 21:06
Beiträge: 25
Wohnort: Krems
Lieber Andreas!

Ich danke dir für deine Erzählung. Ich glaube auch, dass einem eine Krankheit etwas sagen will. Benjamin (2 Jahre) war der, der die meisten Zecken hatte heuer (ca 15) und ich war auch dort wo er war und hatte heuer nur 3 oder 4.
Bei ihm weiß ich nicht ob er seit Okt. 2009 Borelliose hat, ich möchte ihm die Blutuntersuchung ersparen, die letztendlich nicht eindeutig sein muss. Was mir bei ihm auffällt, ist, dass seit letztem Jahr fast dauernd seine Lymphdrüsen angeschwollen sind. Ist das bei dir auch?

lg Christine

_________________
lg

Christine


01.08.2010, 21:57
Profil
Benutzeravatar

Registriert: 10.04.2007, 01:16
Beiträge: 416
Liebe Christine,

die Lymphdrüsen waren bei mir nicht geschwollen. Sie schwellen gern an, wenn ich sich Streptokokken bei mir ansiedeln, wie bei einer Angina oder bei entzündeten Zahnwurzeln. Anschwellende Lymphdrüsen sind bei mir oft ein Anzeichen für eine schleichende Dehydrierung. Bei mir funktioniert nur selten das Durstgefühl richtig, keine Ahnung wieso. Wenn ich zu wenig trinke, überkommt mich eher Schwäche oder Müdigkeit oder geschwollene Lymphdrüsen.
Zecken können ja auch noch mehr Krankheiten übertragen als Borreliose und FSME. Ich weiß nicht welche, habe das vor kurzem nur mal gelesen. Ich denke, dass es eher darauf ankommt, unseren Körper vital zu halten, dann ist es fast egal, mit welcher Krankheit er in Berührung kommt.

_________________
www.sonnengaertnerei.de


01.08.2010, 22:30
Profil Website besuchen

Registriert: 12.01.2010, 07:49
Beiträge: 176
Wohnort: Waiblingen, BW.
Andreas, danke für den Bericht,

Ich habe die letzten Tage im 2. Band wieder was geschmökert, und Anastasia weist darin ja auch darauf hin, daß Krankheiten eine Individuelle Angelegenheit sind, wo uns Gott/ unser Körper etwas sagen will. (Kapitel 4 / S.29)
Für mich war das Buch Sage mir worun du leidest und ich sage dir Warum mit das erste, was mir in Sachen "Nachdenken" zugespielt wurde.
Marc Odoul zeigt darin ein Bezugssystem- aufbauend auf der Yin/Jang-Lehre- mithilfe dem man Schmerzen/Krankheiten Lebensbereichen zuordnen kann. Das ist allerdings immer vor der indiviuellen Legende zu analysieren.
Was ich dieses Jahr mit einem stillen Lächeln zur Kenntnis genommen habe, war ein Bericht in der Zeitung mit dem Tenor "Die Schulmedizin hat noch immer keine Ahnung warum jemand sich jetzt erkältet"


01.08.2010, 23:37
Profil

Registriert: 17.05.2010, 15:22
Beiträge: 5
Lieber Andreas,

auch ich danke dir herzlich für deinen ausführlichen Bericht. Es ist immer gut wenn man als Betroffene/r die Möglichkeit hat aus dem Erfahrungsschatz anderer Menschen zu schöpfen, auch wenn vieles bei einer Erkrankung ganz individuell ist. Im Grunde genommen kann man ja sagen, dass , wenn man die Botschaft der Krankheit verstanden hat und danach handelt, auch die Möglichkeiten zur Überwindung dieser, ganz mühelos zu einem finden. Das ist zumindest meine Erfahrung bisher. Und das ist es auch, was Mut macht.

Liebe Grüße

Shana


02.08.2010, 11:36
Profil
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Auf das Thema antworten   [ 25 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Designed by ST Software for PTF.
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de